Kolumne der Woche
Liebe Gemeindemitglieder und Gäste in Heilig Kreuz!
Er wirft nicht einfach eine Karte in den Briefkasten, wenn er mal ein Paket nicht zustellen kann. Er ruft Empfänger an, sagt ihnen, bei welchem Nachbarn er es deponiert hat. Er kennt keine Arbeitszeiten. In Stoßzeiten – wie vor Weihnachten – muss er täglich bis zu 270 Pakete an den Mann oder die Frau bringen. Bei einem Achtstunden-Arbeitstag hätte er dann weniger als zwei Minuten Zeit pro Zustellung…
Und er passt auf. „Das kriegst du nicht! Du bist kein Ilgen!“, sagte er mal zu einem Betrüger, als der ein Paket für uns einige Straßen weiter „ab-fangen“ wollte. An heißen Tagen klingelt der Mitdreißiger mitunter nassgeschwitzt, im Winter zieht er seine Sackkarre übers Eis und durchs Schneetreiben. Seine positive Sicht aufs Leben aber verliert er nicht, lächelt eigentlich immer. Und dann glänzen seine schneeweißen Zähne mitten im Vollbart. „Wie geht’s Ihnen?“ Stets erkundigt er sich nach dem Wohlbefinden seiner Kunden. In seinem Zustellbezirk kennt er jeden, grüßt winkend schon von weitem, manchmal mitten aus dem Verkehr aus seinem gelben Iveco.
Gewissenhaft, aufmerksam, freundlich, überzeugt. Bei unserem DHL-Paketboten wirkt das alles trotz harter Arbeit so selbstverständlich. Und vermutlich ahnt er dabei gar nicht, dass er für uns das Gesicht eines riesigen Unternehmens ist, für das er eigentlich unbezahlbar ist.
Ich bewundere ihn.
Er, das ist Kazim. Dass er vor elf Jahren zu Fuß wochenlang aus seiner Heimat in Syrien geflüchtet ist, tut eigentlich nichts zur Sache, soll aber nicht unerwähnt bleiben, meint
Martin Ilgen, Mitglied des Pfarreirats
© Bild: pixabay_viarami
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