Liebe Gemeinde,

meine Tochter fängt jetzt an, die Uhr zu lesen. Das ist nicht nur erfreulich. Vor kurzem wies sie mich darauf hin, dass es 18.58 Uhr sei. Und dass ich um 19.00 Uhr tot sei. Diese Nachricht kam für mich überraschend. Ich fühlte mich eigentlich ganz fit. Aus der Tatsache, dass ich diese Zeilen noch schreiben konnte, können Sie auch schließen, dass die Vorhersage so nicht Wirklichkeit wurde.
Trotzdem habe ich sie zum Anlass genommen, darüber nachzudenken, was ich in diesen zwei Minuten wohl noch machen könnte. Ich könnte meine Tochter umarmen. Und noch schnell versuchen, alle anderen aus der Familie zu erreichen. Doch dazu waren die zwei Minuten zu knapp. So stand ich in der Küche, hatte noch zwei Minuten zu leben und wusste nicht, was ich in dieser Zeit anfangen soll. Zum Glück hat meine Tochter noch einen konstruktiven Vorschlag: Tanzen.
Gute Idee, findet

Stefan Werding