Liebe Gemeinde,

vor einigen Wochen hatte ich mal wieder Besuch von meinem Patenkind. Gemeinsam haben wir das Planetarium besucht. Das war sein Wunsch, um etwas über Schwarze Löcher zu erfahren und auch, weil er findet, dass es dort mit den beweglichen Stühlen fast wie im 4D-Kino ist.
Vor über 400 Jahren baute sich Galileo Galilei ein Teleskop, um den Himmel zu erforschen. Er studierte die Oberfläche unseres Mondes und entdeckte vier Jupitermonde. Seine Beobachtungen brachten ihn zu der Überzeugung, dass Kopernikus recht hatte: Die Erde ist nicht, wie es die die Kirche aufgrund des geozentrischen Weltbilds der Bibel lehrte, das Zentrum des Universums, sondern sie dreht sich um die Sonne.
Am 12. April 1633 begann die römische Inquisition daher die förmliche Befragung Galileo Galileis. Er musste seine Lehren widerrufen und wurde zu lebenslangem Hausarrest verurteilt. Erst im Jahr 1992 wurde Galileo Galilei offiziell vom Vatikan rehabilitiert, fast 360 Jahre nach seinem Prozess.
Ich freue mich, dass mein Patenkind so neugierig ist und seine Welt erforschen und verstehen möchte. Ich wünsche ihm und auch uns, dass wir dabei Fakten von Meinungen unterscheiden können. Ich wünsche auch uns das Staunen darüber zu bewahren, dass da eine Welt ist und nicht Nichts und ein Gefühl für die daraus erwachsende Verantwortung, diese so fragile Schöpfung zu schützen und bewahren.

Johanna Peek, Mitglied des Pfarreirats