Nachhaltigkeit

Selbstverpflichtung der Pfarrei Heilig Kreuz Münster im Prozess der Schöpfungsbewahrung

„Du schonst aber alles;
denn es gehört dir, Herr, du Freund des Lebens,
und dein unvergänglicher Geist ist in allem.“
(Weish 11,26)

Die zentrale Botschaft des Evangeliums und somit auch der Kirchen ist die frohe Botschaft vom lebens- und menschenfreundlichen Gott. Gott ist ein Freund und Liebhaber allen Lebens, der aus Liebe die Welt schuf und sich um seine Geschöpfe sorgt. Alle Geschöpfe haben von Gott her ihre je eigene Würde und Bedeutung, die zu achten wir Menschen aufgefordert sind. In jedem Geschöpf wohnt Gottes lebensspendender Geist (Weish 11,26; Enzyklika Laudato si (LS) 88). Daher sind wir Christen überzeugt, dass die Schöpfung sowohl ein Ort der Offenbarung als auch der Gegenwart Gottes ist.

Trotz wachsender Erkenntnisse über Klimawandel, Artenschwund, Belastung von Boden, Wasser und Luft bedrohen der Mensch und sein Umgang mit der Natur diese Schöpfung immer mehr. Der Lebensstil besonders in den westlichen Staaten der Erde, auch in Deutschland, ist nicht nachhaltig. Die menschliche Nachfrage an erneuerbaren ökologischen Ressourcen entspricht nach den Erkenntnissen des Global Foodprint Network der Kapazität von anderthalb Erden. Bei gleichbleibender Entwicklung würden bis 2050 jährlich Ressourcen zweier Planeten beansprucht werden.

Vor dieser Situation der wachsenden Bedrohung der Schöpfung und unserer eigenen Verantwortung verschließen wir in der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster nicht die Augen. Wir gelangen zu der Einsicht, dass Gott dem Menschen eine zerbrechliche Welt zur Obhut anvertraut hat (vgl. LS 78). Diese Welt appelliert an unsere Vernunft, damit wir erkennen, „wie wir unsere Macht orientieren, ausüben und beschränken müssen“ (ebd.). Die notwendige „ökologische Umkehr“ und „Änderung der Lebensstile“ (LS 216 – 221; 206) fordert nicht nur von politischen und wirtschaftlichen Akteuren, sondern auch von uns als Kirche und als Gemeinde einen eigenen Beitrag.

Darum sind wir entschlossen, als Kirchengemeinde Heilig Kreuz einen Prozess zu beginnen, in dem wir mehr Nachhaltigkeit in unserem Handeln verwirklichen und mehr Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen wollen. Das verpflichtet uns, bei Planungen, Entscheidungen und Aktivitäten „die ökologische Perspektive“ zu berücksichtigen und zur Geltung bringen (vgl. Die deutschen Bischöfe, Handeln für Gottes Schöpfung, 1998, 229). Auch wenn dies unter Umständen mehr kostet. Wir haben vor, im Dialog die Menschen und andere Gruppen in unserem Stadtteil und darüber hinaus mit Initiativen zu einem umweltfreundlichen Lebensstil anzuregen. Zu diesem Prozess gehört auch, Getanes zu hinterfragen und neue Ziele zu setzen.

In dieser Selbstverpflichtung drückt sich somit auch die Einsicht aus, dass „der Weg von Worten zu Taten (…) auch in der Kirche selbst beschritten werden“ muss (ebd., 192). Denn in der Kirche wie auch in der Gesellschaft fehlt es im Grunde „nicht an Wissen und moralischen Appellen, sondern vielmehr an vertrauenerweckenden und beispielgebenden Handlungsinitiativen“ (ebd., 191).

In diesem Prozess sehen wir große Chancen: Wir können in einer der größten Krisen unserer Zeit kleine Schritte des Auswegs suchen und gehen sowie Menschen zu eigenen Schritten ermutigen. Dieses Handeln kann ein Zeugnis unseres Glaubens sein und uns als Gemeinde glaubwürdiger machen.

Unser Handeln für mehr Nachhaltigkeit macht uns und anderen bewusst, dass die Schöpfung und die Verantwortung für sie den Kern der frohen Botschaft betreffen.

Pfarreirat und Kirchenvorstand Heilig Kreuz, Münster (Juli/August 2019) 

Kontakt

Kath. Kirchengemeinde Hl. Kreuz
Hoyastraße 22, 48147 Münster
Tel. 0251 202080
Fax 0251 2020838
pfarrbuero@heilig-kreuz-muenster.de

Öffnungszeiten 
Mo – Di und Do – Fr 09 – 12 Uhr
Di und Do 15 – 18 Uhr