Liebe Gemeindemitglieder und Gäste in Heilig Kreuz!

Am Anfang war das Wort.
Dieser berühmte Eröffnungssatz aus dem Johannesevangelium oder im Drama Faust von Johann Wolfgang von Goethe verwendet, hat auch für mich persönlich eine sehr schöne und besondere Bedeutung.
Bewusst begegnete mir der Satz an einem Yoga-Tag im März. Alle Übungen an diesem Tag bezogen sich immer wieder auf den Eröffnungssatz „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. So habe ich mich immer mehr hineingezogen gefühlt in die Liebe und die Zusage und die Annahme Gottes. Er war schon immer da und er ist immer da. Auch wenn ich manchmal zweifle, ihn nicht hören kann, im Alltag zu voll und zu dicht bin, Gott ist immer da. Am Anfang war das Wort….
Es war für mich herrlich an diesem schönen Yoga-Tag, mich geistig genährt zu fühlen, mich körperlich zu bewegen, alles bewusst zu erspüren und das Herz berührt zu wissen.
So schön angereichert ging ich weiter in den Alltag und plötzlich – unerwartet – vor gut 14 Tagen begegnet mir der Satz „Am Anfang war das Wort“ wieder. Diesmal in einem anderen Zusammenhang, an einem ganz anderen Ort. Mein Mann, eine Freundin und ich besuchten in Lette das Glasmuseum. In einem schönen Sandstein eingearbeitet, steht der Satz „Am Anfang war das Wort“.
Er hat mich sofort wieder tief berührt. Er erinnerte mich an den Yoga-Tag und an mein Eingebundensein in Gottes Schöpfung, in meine Liebe und in Freundschaft, in Natur und in Kunst. Ein glückliches Gefühl – ein Gefühl von einem glücklichen Leben. Schön, dass so ein Gefühl so unerwartet geschieht. Vielleicht braucht es dafür die offenen Augen, das offene Herz, die Begegnung, die immer möglich ist.
Ich wünsche euch und Ihnen ähnlich glückliche Gefühle.

Marion Michaelis, Gemeindemitglied

© Bild: pixabay_viarami